Cornelia's obituary
Cornelia Mergenthaler, geb. Magnus, 87, verstarb am 14.02.2026 in Berlin, nach einem langen und erfüllten Leben. Ihr voran gingen ihre Eltern Sigrid und Albrecht Magnus und ihre beiden Schwestern Beate und Sabine. Geboren wurde Cornelia Mergenthaler 1939 in Tokyo, wo ihr Vater als Correspondent for Nachrichten für Aussenhandel und Eildienst GmbH arbeitete und wohin er nach dem Zweiten Weltkrieg als Diplomat der jungen Bundesrepublik zurückkehrte. Ihr Abitur machte sie, nach ihrem amerikanischen high school Abschluss in Tokyo, in Bonn, wo sie auch ihren späteren Ehemann, den Juristen und Bundesbeamten Frank Mergenthaler, kennenlernte, den sie 1961 heiratete. Im Anschluss an eine Ausbildung als Lehrerin für Deutsch und Englisch an der Pädagogischen Hochschule in Ludwigsburg und einer mehrjährigen beruflichen Tätigkeit widmete sie sich ab 1966 ganz dem Familienleben, insbesondere ihren beiden Töchtern, Fee und May Mergenthaler, mit denen sie viel und ausgiebig, mit Geduld und Humor spielte, las, sang, bastelte, malte, nähte, strickte, häkelte, kochte, backte und Ausflüge unternahm. Wenn ein Kind kleckerte, hieß es, „Das tritt sich fest“ oder „Dreck ist gesund“. Wenn sie besonders gut gelaunt war, sang „Mama“ ihren Töchtern laut japanische Lieder vor. Sie brachte ihnen auch das Zählen auf Japanisch bei und pflegte die Schätze ihrer Kindheit – den vergoldeten Buddha, die Lackschälchen, die Holzschnitte. Gern hörte sie beim Putzen – das sie äußerst ungern, aber mit viel Energie jeden Freitag tat – die Arien von Luciano Pavarotti oder Placido Domingo oder den Soundtrack von Love Story. Viele Jahre lang gab sie nachmittags mit großem Einsatz Nachhilfeunterricht und freute sich über die Erfolge ihrer Schüler und Schülerinnen – einschließlich ihrer eigenen Tochter May. Ihre freie Zeit verbrachte Cornelia Mergenthaler mit dem Lesen von zahllosen Romanen und Biografien auf Deutsch, Englisch und Französisch; über Jahrzehnte kaufte und las sie mindestens einen Roman des jeweiligen Nobelpreisträgers für Literatur. Gern wäre sie selbst Schriftstellerin geworden. Sie liebte auch die schönen Dinge des Lebens, wie antike Möbel, Schmuckstücke, Porzellan und Malerei, Parfum, gutes, am liebsten französisches, Essen, Schokolade und herrliche Landschaften – sie genoss es, ihre Familienferien in Collioure in Südfrankreich zu verbringen. Die Ölbilder des Orts mit Blick aufs Meer von Pierre Chartron (1921-2013) schmückten, neben einer Grafik von Chagall, ihr Wohnzimmmer. Beruflich bedingte Umzüge führten sie 1974 von Bonn nach Paris, 1977 zurück nach Bonn, 1981 in das damalige West-Berlin und 1990 schließlich nach Bad Homburg. Ihr Rentenalter verlebte sie ab 2000 gemeinsam mit ihrem Mann – den sie stets „Schatzilein“ oder „Liebling“ nannte, sogar nach gelegentlichen Wortwechseln – im geliebten Haus auf dem Heiderhof in Bonn-Bad-Godesberg mit Blick auf den Drachenfels und das Siebengebirge. Sie lebte zwar gern zurückgezogen, nahm aber weiterhin großen Anteil am Leben und Schicksal ihrer alten Freunde und Freundinnen in der Nachbarschaft und ihrer Töchter und fünf Enkelkinder; mit Leidenschaft verfolgte sie auch ihre liebsten Fernsehsendungen und die Nachrichten aus Godesberg, am liebsten nur die guten! Trauriges nahm sie sehr mit – sie war eine große Romantikerin. Wir werden sie mit ihrer Zuversicht, ihrem Selbstvertrauen, ihrer Fantasie und ihrer Lebenslust, an der sie lange festhielt, und nicht zuletzt ihrem Glauben an die Liebe, die den Tod besiegt, sehr vermissen.
Es trauern Frank Mergenthaler, Fee und Thomas Mergenthaler-Starke mit Lily, Lola, Ludwig und Leopold, May Mergenthaler mit Aki und Lucian.