Frank's obituary
Frank Mergenthaler, 90, verstarb am 07.03.2026 in Berlin, nach einem langen, erfüllten Leben, davon fast 65 Jahre an der Seite seiner geliebten Ehefrau Cornelia Mergenthaler, einer Lehrerin für Deutsch und Englisch, die ihm am 15.02.2026 vorangegangen ist. Als Sohn des Steuerberaters Hugo Mergenthaler und seiner Ehefrau Thea wurde Frank Mergenthaler am 8.12.1935 in Berlin geboren. Sein Jurastudium absolvierte er in Tübingen, Berlin und in Bonn, wo er auch seine spätere Ehefrau, Cornelia, geb. Magnus kennenlernte. Nach dem Studium war Frank Mergenthaler 1964 Gerichtsassessor in Baden-Württemberg, wo seine erste Tochter Fee zur Welt kam. Ab 1965 arbeitete er bis zu seiner Pensionierung als Verwaltungsbeamter in verschiedenen leitenden Positionen. 1967 absolvierte er ein einjähriges Studium an der Ecole Nationale d’Administration (ENA) in Paris. Von 1969 bis 1981 war er beim Finanzministerium in Bonn, der damaligen Hauptstadt der Bundesrepublik, tätig, dem Geburtsort seiner zweiten Tochter May. Zwischendurch verbrachte er auch einige Jahre am Bundeskanzleramt (1971-74) sowie dreieinhalb Jahre am Auswärtigen Amt in Paris (1974-1977). Sein Leben lang pflegte er seine in Paris geschlossenen Freundschaften; ganz besonders freute er sich über den ordre national du mérite, mit dem er für seine Dienste in Frankreich ausgezeichnet wurde. Von 1981 bis 1989 war er Vizepräsident des Bundesaufsichtsamtes für das Versicherungswesen, das am Ludwigkirchplatz im damaligen West-Berlin ansässig war; von 1989 bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000 hatte er die Position des Vizepräsidenten der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg inne. Seit seiner Jugend war Frank Mergenthaler ein treues Mitglied der evangelischen Kirche, der SPD und seiner Bundesbrüder aus Tübingen; er nannte sich einen überzeugten Verfassungspatrioten und verfolgte bis ins hohe Alter mit großer Aufmerksamkeit und Leidenschaft die nationalen und internationalen politischen Ereignisse. Privat war er ein großer Freund von Ausflügen – jeden Sonntag ging es mit der Familie mit der Familie auf einen Berg, in ein Museum, eine Kunst-Ausstellung (er war der Gegenwartskunst gegenüber sehr aufgeschlossen), in eine neue Gegend, ob am Rhein, in Paris oder in Berlin. Gefahren wurde stets in einem – jeweils viele Jahre gefahrenen – Mercedes-Benz; er hatte während der Studienzeit in der Sindelfinger Fabrik Geld verdient und davon die Eheringe bezahlt. In den ersten West-Berliner Jahren erkundete er mit der Familie fast jeden besonderen Teil der Mauer, inkl. der Enklave Steinstücken; regelmäßig wurde auch die Familie in Ost-Berlin besucht; Onkel Erich Mergenthaler und seine Kinder und Ehepartner:innen. Auch im Urlaub war Frank Mergenthaler ein unermüdlicher Tourist; keine Sehenswürdigkeit sollte ausgelassen werden. Im geliebten südfranzösischen Badeort Collioure schwamm er stundenlang auf dem Rücken durch den Hafen, oft zum Leidwesen der Badewächter; bei kühlerem Wetter ging es zum Wandern in die Pyrenäen, mit dem Auto nach Perpignan oder zum Dali-Museum ins spanische Figueres. In Bonn und Berlin hatte er mit seiner Ehefrau ein Theater- und Opernabonnment; zu Hause hörte er immer wieder seine Lieblingsschallplatte: Mozarts Klavierkonzert in d-Moll, KV 466. Beim Abendessen wurde viel und lebhaft diskutiert; seine Töchter lehrte er so von früh an das kritische Denken und den Widerspruchsgeist. Er besaß einen ausgeprägten Familiensinn und ein großes Pflichtbewusstsein; jahrelang kümmerte er sich um die Finanzangelegenheiten seiner hilfsbedürftigen Schwägerin, der Krankenpflegerin Beate Magnus. Er erklärte sich bereit, die erste Publikation seiner Tochter über Dorothea Schlegel mit dem Auge eines Juristen Korrektur zu lesen und lehrte sie „insofern“ zu vermeiden. Als Pensionär kümmerte er sich eingehend um Haus und Garten und nahm regen Anteil an dem Leben seiner beiden Töchter, ihrer Partner und der fünf Enkelkinder. Seiner Ehefrau Cornelia war er in großer Liebe und Treue verbunden und kümmerte sich später um sie – so wie sie um ihn -, solange es ihm noch möglich war. Seine Wertschätzung des Lebens zeigte sich auch in seinem kleinen Tagebuch, das er seit seinem 16. Lebensjahr und bis fast an sein Lebensende führte; jeden Tag gab es eine kleine Notiz, ob zu persönlichen Ereignissen oder zum Wetter, sei es nun sonnig und warm oder “recht kühl”.
Es trauern Fee und Thomas Mergenthaler-Starke mit Lily, Lola, Ludwig und Leopold, May Mergenthaler mit Aki und Lucian, Schwester Heide Mergenthaler, Bruder Henner Mergenthaler und Tochter Maren mit Ehemann Karsten und Mats und Linnea.